29.01.2026 | Fensterbau in Elsnigk stellt Betrieb ein - Arbeitgeber bleibt Lohn schuldig
Die Beschäftigten der OL Produktionsgesellschaft in Elsnigk im Osternienburger Land haben in dieser Woche ihre Kündigungen erhalten. Der Betrieb fertigte Holz- und Holz-Aluminium-Fenster und Türen in Serie und Einzelfertigung unter anderem im Bereich Denkmalschutz.
Bis zuletzt hielten es weder der Geschäftsführer Peter Simon-Höke noch der Insolvenzverwalter für nötig, dem Betriebsrat einen Sanierungsplan vorzulegen, geschweige denn diesen mit ihm zu beraten.
Stattdessen wurden im Januar 2026 alle 32 Kolleginnen und Kollegen von der Arbeit freigestellt und erhielten nun ihre Kündigung. Den Lohn bleibt der Arbeitgeber weiter schuldig. Ab Januar mussten die Beschäftigten Gleichwohlgewährung bei der Agentur für Arbeit beantragen.
„Das ist unternehmerisches und moralisches Versagen auf ganzer Linie“, bringt es Sebastian Fritz, Gewerkschaftssekretär der IG Metall auf den Punkt. „Wer Betriebsräte missachtet, die Beschäftigten individuell zu Lohnverzichten drängt und sich dann noch für seine unternehmerischen Leistungen auszeichnen lässt, der hat vollständig seinen Realitätssinn verloren. Getoppt wird das Ganze durch eine anschließende kopflose Insolvenz und die Vernichtung aller Arbeitsplätze am Standort Elsnigk.“
Peter Simon-Höke (Geschäftsführer der OL Produktionsgesellschaft) ließ sich noch im Sommer 2025 mit dem Preis des Mittelstandes der Oskar-Patzelt-Stiftung für die Gerdes GmbH in Lengerich (Niedersachsen) auszeichnen, die 2024 Fensterbau Gussek (jetzt OL Produktionsgesellschaft) aus der Insolvenz übernommen hatte. In der Laudatio zur Preisverleihung hieß es tatsächlich: „Auch auf der menschlichen Ebene zeigt sich, dass Erfolg kein Zufallsprodukt ist.“ Gerdes GmbH - Mittelstandspreis
Das ist Hohn in den Ohren der Beschäftigten in Elsnigk, deren Arbeitsplätze eiskalt abgewickelt wurden.